Die Schauspielgrößen von morgen: Goode, Gordon-Levitt, Whishaw

Matthew Goode in Woody Allens Match Point - BBC Films
Matthew Goode in Woody Allens Match Point - BBC Films
Jung, begehrt & die Hoffnung für die Schauspielzunft: Matthew Goode, Joseph Gordon-Levitt, Ben Whishaw sind die Stars und/oder Oscarpreisträger der Zukunft

Sie sind jung, aber schon einige Jahre im Geschäft, talentiert und auf dem Weg nach ganz oben: Matthew Goode, Joseph Gordon-Levitt und Ben Whishaw sind um die 30, zählen aber noch zu den schauspielerischen Nachwuchstalenten in Hollywood. Sie sind dabei, sich gerade einen großen Namen zu machen. Denn Frauenschwarm- und Oscarkönige wie Jude Law, Johnny Depp oder Sean Penn brauchen Nachfolger – hier sind ein paar heiße Tipps:

Matthew Goode: mit dem Witz von Rupert Everett und dem Charme von Jude Law

Matthew Goode könnte zu jenen britischen Stars gehören, die die Herzen Hollywoods im Sturm erobern – ganz ähnlich wie Jude Law oder Daniel Craig. Allerdings steht er noch relativ am Anfang seiner Karriere. Matthew Goode wurde 1978 in Exeter, England geboren. Nach TV-Auftritten und kleineren Kinoproduktionen bandelte er 2004 in "American Princess" mit Mandy Moore als Präsidenten-Tochter an, was ihm weniger Reputation, aber immerhin etwas Bekanntheit einbrachte.

Die erste große bedeutende Rolle durfte er ein Jahr später in dem großartigen psychologischen Drama "Match Point" von Woody Allen einnehmen, neben den Nachwuchsstars Scarlett Johansson und Jonathan Rhys Meyers (Heinrich VIII in "Die Tudors"). Goode bewies darin einen Witz und Charme, auch Sarkasmus, wie man ihn vor allem von Rupert Everett kennt. Danach spielte er in ganz unterschiedlichen, doch stets namhaften Produktionen, wie Agnieszka Hollands "Klang der Stille" (2006) neben Ed Harris, der Literaturverfilmung "Wiedersehen in Brideshead" (2008), der anspruchsvollen Graphic-Novel-Verfilmung "Watchmen" (2009) als intelligentester Mensch der Welt Adrian Veidt/Ozymandias und in Tom Fords Regiedebüt "A Single Man" (2009) als Liebhaber von Colin Firth.

Im Oktober kommt er in der Komödie "Cemetery Junction" von Ricky Gervais in die Kinos. Daneben ist der Film "Burning Man" abgedreht. Er sprach sogar für die Hauptrolle in "The Hobbit" vor, die Realisierung dieses Projekts wurde allerdings immer wieder verschoben und ist generell ungewiss. Dennoch scheint Hollywood nicht übersehen zu haben, dass Matthew Goode eben jene Eigenschaften besitzt, die sie an britischen Schauspielern wie Jude Law oder Clive Owen so schätzen: neben dem guten Aussehen ein charmanter, sarkastischer Witz und diese gewisse elegante Selbstsicherheit.

Joseph Gordon-Levitt: vom Independentheld zum Hollywoodstar

Im Thriller "Die Regeln der Gewalt" (2007) traf Matthew Goode unter anderem auf seinen amerikanischen Kollegen Joseph Gordon-Levitt, der als unfreiwilliger Bankräuber in dem Film die Hauptrolle spielte. Der 1981 in Los Angeles geborene Gordon-Levitt hatte sich vorher schon als Kind durch TV-Auftritte hervorgetan, bevor er mit 11 eine Nebenrolle als Norman Mclean als Kind (im Erwachsenenalter gespielt von Craig Sheffer) in "Aus der Mitte entspringt ein Fluss" mit Brad Pitt spielen durfte.

Ab 1996 spielte er in der Kultserie "Hinterm Mond gleich links" einen außerirdischen Wissenschaftler, der im Körper eines Teenagers auf die Erde kommt. Währenddessen nahm er Nebenrollen in "Nicht schuldig" (1996) mit Demi Moore und Alec Baldwin, "Halloween: H20" (1997) mit Jamie Lee Curtis und Josh Hartnett und der Teenie-Komödie "10 Dinge, die ich an dir hasse" (1999) mit Heath Ledger und Julia Stiles an. Er war also schon viel beschäftigt, wenn auch wenig bekannt, bevor er durch Hauptrollen in Filmen wie "Manic" (2001), "Brick" (2005) und "(500) Days of Summer" (2009) zu einer kleinen Indie-Ikone aufstieg. Vor allem durch den mysteriösen, minimalistischen Highschool-Krimi "Brick", der in manchen Kreisen schon Kultstatus erreicht hat, und die charmante Romantic Comedy "(500) Days of Summer" schaffte er sich eine eigene Nische des liebenswerten, intelligenten und doch auch zur Melancholie neigenden Nerds.

Seit 2009 hat Joseph Gordon-Levitt allein sechs Filme abgedreht, darunter das Drama "Hesher" mit Natalie Portman und zwei Kurzfilme, die er selbst als Regisseur realisierte. Er rief zudem die Website hitRECord ins Leben, auf der kollaborative Kunstprojekte, wie Lieder oder Kurzfilme entstehen. Außerdem ersetzte er James McAvoy in der Krebs-Komödie "Live with it" mit Bryce Dallas Howard und Anjelica Huston. Besonders gespannt wartet die Welt natürlich auf Christopher Nolans ("Memento", "The Dark Knight") angeblichen neuen Geniestreich "Inception" (Kinostart: 29.7.2010), in dem Joseph Gordon-Levitt neben Leonardo DiCaprio einen Traummanipulator spielt. Es gehen auch Gerüchte um, dass er im nächsten Batman-Film den Bösewicht Riddler spielen soll – eine Rolle, die ihn sofort in die Riege der Topstars katapultieren würde.

Ben Whishaw: britischer Charaktermime mit Abgründen

Der 1980 in einer Kleinstadt in England geborene Ben Whishaw erarbeitete sich zunächst auf der Bühne Renommee. Er hatte an der bedeutenden Royal Academy of Dramatic Art studiert und brillierte vor allem 2004 als Hamlet am Old Vic Theatre (das unter der künstlerischen Leitung von Kevin Spacey steht), wofür er hoch gelobt und für diverse wichtige Theaterpreise nominiert wurde. Seit 1999 spielte er aber auch in kleineren Kinoproduktionen, wie "Mein Bruder Tom" (2001), für den er den British Independent Film Award erhielt, "Der Kaufmann von Venedig" (2004), der Ian McEwan-Verfilmung "Enduring Love" (2004) mit Daniel Craig und Samantha Morton und dem Thriller "Layer Cake" (2004) ebenfalls mit Daniel Craig.

Der schlagartige Durchbruch gelang jedoch erst 2006 mit der Hilfe von Tom Tykwer, der den deutschen Bestseller "Das Parfum" mit Ben Whishaw in der Hauptrolle des eigenwilligen Mörders Grenouille verfilmte. Daraufhin durfte er 2007 eine der sechs Inkarnationen von Bob Dylan in "I'm Not There" von Todd Haynes geben. In der Literaturverfilmung "Wiedersehen in Brideshead" (2008) spielte er neben Matthew Goode und in Tom Tykwers Thriller "The International" (2009) neben Clive Owen und Naomie Watts eine kleine Nebenrolle.

Ganz besonders jedoch konnte Ben Whishaw sein Talent zuletzt 2009 in "Bright Star" von Jane Campion ("Das Piano") zeigen, einer sinnlichen Verfilmung der letzten Lebensjahre des jung verstorbenen romantischen Dichters John Keats und seiner schwierigen, da gesellschaftlich nicht anerkannten Liebe zu Fanny Brawne (Abbie Cornish). Schon in "Das Parfum" zeigte er neben einer melancholischen kindlichen Sehnsucht eine dunkle Abgründigkeit, die hier mit einem subtil dargestellten unmenschlichen Leiden gekrönt wird. Im bereits abgedrehten "The Tempest" von 2010 spielt Ben Whishaw die Rolle des Ariel neben Helen Mirren, Alfred Molina und Russell Brand. Mag Ben Whishaw auch kein Schönling sein, so ist er doch einer der vielversprechendsten jungen Charakterdarsteller unserer Zeit, der sich nicht scheut, an die Grenzen zu gehen.

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